
Wie bleibt medizinische Versorgung verlässlich, wenn Personal knapp ist, Praxen überlaufen und immer mehr Zeit für Verwaltung statt für Patienten draufgeht? Genau an diesem Punkt setzen die Ärztekammer-Forderungen für 2026 an: Die Wiener Ärztekammer skizziert Maßnahmen, die den Alltag in Ordinationen und Spitälern spürbar entlasten sollen und damit auch die Versorgung für die Bevölkerung.
Inhaltsverzeichnis
Überblick: Forderungen der Ärztekammer
- Stärkere Aufwertung des niedergelassenen Kassenbereichs, um Versorgungslücken zu schließen.
- Vorsorgeuntersuchungen modernisieren und gendergerecht weiterentwickeln.
- Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in Spitälern und im Kassensystem familienfreundlicher und attraktiver gestalten.
- Bürokratie abbauen – inklusive Vorschlag eines „Entbürokratisierungsgipfels“.
- Niederschwellige Tests (z. B. Influenza/COVID/RSV/CRP) im Verdachtsfall erleichtern, um Verläufe zu verhindern und Therapien zu steuern.
Warum die Ärztekammer-Forderungen 2026 den niedergelassenen Bereich ins Zentrum rücken
Die Kammer für Ärzte in Wien formuliert ihre Forderungen für 2026 mit einer klaren Stoßrichtung: Der niedergelassene Bereich soll gestärkt werden, damit Patienten verlässlich, wohnortnah und möglichst frühzeitig versorgt werden können.
„Akzente setzen“ und Versorgung vor Logik stellen
Kammerpräsident Johannes Steinhart betont, dass die Ärzteschaft aktiv Schwerpunkte setzen müsse. Gleichzeitig stellt er klar, woran sich Entscheidungen messen lassen sollen: Im Mittelpunkt müsse stets die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung stehen – nicht eine ökonomische, bürokratische oder politische Logik.
Schwerpunkte der Ärztekammer Forderungen 2026
Auf der gesundheitspolitischen To-do-Liste steht ausdrücklich, Lücken im Kassenbereich zu schließen. Damit verbunden ist der Anspruch, das solidarische Gesundheitssystem insgesamt „zukunftsfit“ zu machen – durch Investitionen, Innovation und eine konstruktive, leistungsorientierte Zusammenarbeit der maßgeblichen Akteure.
Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen in Spitälern verbessern
Ein zentraler Hebel der Ärztekammer-Forderungen betrifft den Spitalsbereich: Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen sollen konkret attraktiver werden, etwa indem Ausbildungsstellen auch in Teilzeit möglich sind oder am Wochenende Kinderbetreuung angeboten wird.
Familienfreundliche Modelle auch in Kassenpraxen etablieren
Auch im niedergelassenen Bereich sieht die Kammer Bedarf: Familienfreundlichere Arbeitsmodelle sollen helfen, dass Ärztinnen und Ärzte langfristig im Kassensystem bleiben.
Bürokratieabbau als Kernpunkt der Ärztekammer-Forderungen
Steinhart verweist auf Erfahrungsberichte aus Gesprächen: Kollegen würden teils rund ein Drittel ihrer Arbeitszeit für bürokratische Aufgaben einsetzen – Zeit, die aus Sicht der Kammer besser in die Betreuung von Patienten fließen sollte.
Vorschlag: Entbürokratisierungsgipfel
Als Konsequenz fordert er einen Entbürokratisierungsgipfel, bei dem Ärzteschaft, Sozialversicherungen, Spitalsorganisationen und Politik gemeinsam konkrete Maßnahmen festlegen und anschließend auch für die Umsetzung sorgen. Gerade vor dem Hintergrund von Ärzteknappheit in öffentlichen Spitälern und im Kassenbereich dürfe es kein „Weiter wie bisher“ geben.
Vorsorgeprogramme modernisieren und gendergerecht weiterentwickeln
Naghme Kamaleyan-Schmied (Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzten) unterstreicht, dass die Stärkung des niedergelassenen Bereichs sowie der Ausbau und die gendergerechte Modernisierung der Vorsorgeprogramme 2026 ganz oben stehen sollten.
Sie argumentiert dabei mit dem Nutzen einer wohnortnahen, niederschwelligen und präventiven Versorgung: Diese trage wesentlich dazu bei, Gesundheit langfristig zu erhalten und zugleich das Gesundheitssystem zu entlasten. Strukturierte Vorsorgeuntersuchungen seien dafür ein Schlüssel.
Eine starke hausärztliche Versorgung kann Hospitalisierungen senken, frühere Diagnosen ermöglichen und das Management chronischer Erkrankungen verbessern. Gleichzeitig bestehe jedoch eine Schieflage zwischen Versorgungsbedarf und verfügbaren Ressourcen.
Diagnostik im Verdachtsfall: niederschwellig testen, gezielt therapieren
Die Ärztekammer kritisiert außerdem, dass die Gesundheitskasse viele Untersuchungen, die Hospitalisierungen vermeiden könnten, derzeit nicht übernimmt.
Kamaleyan-Schmied nennt konkrete Beispiele: Bei einem begründeten Verdacht setzen Ärzte rasch und niederschwellig Influenza-, COVID-, RSV- oder CRP-Tests ein, um frühzeitig gezielte Therapien zu starten und schwere Verläufe zu verhindern. Zusätzlich, so Kamaleyan-Schmied, senken solche Tests das Risiko von Antibiotikaresistenzen, weil Ärzte Antibiotika seltener unnötig oder falsch verordnen.
Häufige Fragen
- Was sind die wichtigsten Ärztekammer-Forderungen für 2026?
- Warum betonen die Ärztekammer-Forderungen den Bürokratieabbau so stark?
- Welche Rolle spielen Vorsorgeuntersuchungen in den Ärztekammer-Forderungen?
- Was wollen die Ärztekammer-Forderungen bei Tests wie COVID oder Influenza ändern?
Die Ärztekammer-Forderungen für 2026 fokussieren laut Wiener Kammer vor allem auf die Stärkung des niedergelassenen Kassenbereichs, die Modernisierung (inklusive gendergerechter Weiterentwicklung) von Vorsorgeuntersuchungen, attraktivere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen sowie einen spürbaren Bürokratieabbau.
Die Ärztekammer-Forderungen greifen den Punkt auf, weil laut Präsident Steinhart in der Praxis teils rund ein Drittel der Arbeitszeit für bürokratische Aufgaben draufgeht – Zeit, die aus Sicht der Kammer in die Patientenbetreuung zurückfließen sollte.
In den Ärztekammer-Forderungen gelten Vorsorgeuntersuchungen als zentral, weil strukturierte Prävention die Gesundheit langfristig stützen und das System entlasten kann. Zugleich sollen Vorsorgeprogramme modernisiert und gendergerecht weiterentwickelt werden.
Die Ärztekammer-Forderungen zielen darauf ab, im Verdachtsfall niederschwellige Tests (z. B. Influenza-, COVID-, RSV- oder CRP-Tests) zu ermöglichen bzw. besser abzusichern, weil damit gezielte Therapien früher möglich wären und schwere Verläufe eher verhindert werden könnten.












